Mädchen* und junge Frauen* im LIBS

Seit Juli 1998 besteht der Arbeitsbereich Mädchen* und junge Frauen* im LIBS. Er bietet lesbischen, bisexuellen, pansexuellen, queeren Mädchen* und junge Frauen* sowie Transgendern, die sich auch als lesbisch, bi- oder pansexuell identifizieren, und Mädchen* und jungen Frauen*, die suchend und fragend in Bezug auf ihre sexuelle und/oder geschlechtliche Identität bzw. Selbstdefinition sind, einen Raum für die Freizeitgestaltung. Die Besucher*innen werden sowohl in Prozessen der Selbstvergewisserung und des Coming-Outs als auch bei allen anderen Fragen und Themen (z.B. Schule, Beziehungen, Freund*innenschaften, Identitäten und Zugehörigkeiten) unterstützt.

Zum anderen ist es unser Ziel, die Spannbreite von weiblichen* und queeren Lebensrealitäten in Schulen, Einrichtungen der Jugendhilfe, anderen sozialen Institutionen und der Stadtgesellschaft sichtbar zu machen, um Diskriminierungen abzubauen und eine Akzeptanz für lesbische, bisexuelle und Trans*- Lebensweisen zu schaffen. Dazu gehört z.B. über Vernetzungszusammenhänge mädchen*- und lesben*politische Inhalte und Bedarfe zu benennen, queer-feministische Themen und Fragestellungen in der Öffentlichkeit zu platzieren.

In Kooperationen mit Einrichtungen für Mädchen* und junge Frauen* erarbeiten wir zudem passgenaue Konzepte oder führen Angebote durch, die eine Begegnung und einen Austausch zwischen Mädchen* und jungen Frauen* mit unterschiedlichen sexuellen und geschlechtlichen Identitäten ermöglichen. Zudem laden wir Mädchen*gruppen aus weiteren Einrichtungen in den JuLe-Treff ein, um Zugänge zu erleichtern und spannende thematische Nachmittage durchzuführen.

Unsere Arbeitsweise ist intersektional, parteilich, niedrigschwellig, ressourcenorientiert, partizipativ, mädchen*politisch, konfliktorientiert, vernetzt und queer-feministisch.

Unser Anliegen ist es machtvolle Normierungen, gesellschaftlich vorhandene Normalisierungen und Ausschlüsse  sichtbar und veränderbar zu machen. Im Sinne einer intersektionalen Perspektive sind uns die Verwobenheiten von unterschiedlichen Diskriminierungs- und Privilegisierungsdimensionen, wie Heterosexismus, Lesben*feindlichkeit, Trans*feindlichkeit, Rassismen und Bodyismus, bewusst. Dieses Wissen machen wir zum Ausgangspunkt unserer pädagogischen und fachpolitischen Arbeit.

Seit 2016 können wir das offene Treffangebot den Bedürfnissen der Teilnehmer*innen entsprechend gestalten. Neben vielfältigen Angeboten der Freizeitgestaltung,  haben sie die Möglichkeit zu einer Auseinandersetzung mit sich selbst, der eigenen Lebenssituation oder konkreten Fragestellungen und Problemen. Darüber können sie mit Gleichaltrigen in Kontakt kommen und sich austauschen.

An drei Nachmittagen die Woche finden in unseren Räumen offene Freizeitangebote in den Bereichen (politischer) Bildung, Kunst, Kultur, Kreativität, Bewegung, Partizipation und der selbstbestimmten Bedürfnis- und Interessensvertretung für die 14- bis 25-Jährigen statt. Zusätzlich gibt es ein Gruppenangebot für die 18-25jährigen am Donnerstagabend.