Editorial

Liebe LIBS-Interessierte,
es hat sich einiges getan in Bezug auf das Thema lesbische, bisexuelle, schwule, trans* und queere Lebensweisen. Der Begriff Vielfalt bringt eine Haltung zum Ausdruck, die für die Akzeptanz steht und gegen Diskriminierung vorgeht. Dennoch bleibt Diskriminierung ein
schwieriges Thema. Darüber zu sprechen macht betroffen und ruft unangenehme Gefühle, auch Scham, hervor. Manchmal reagieren nahe Personen verständnislos: „Ach, so schlimm ist das doch gar nicht.“

Solche Reaktionen auf erlebte Ausgrenzung, Beleidigung oder Herabsetzung sind verletzend – und sie können krank machen. Mit der eigenen sexuellen Orientierung und Identität in der Minderheit zu sein kann selbstbewusst machen, denn der Weg dahin ist nicht immer leicht. Es kann aber auch besonderen Stress hervorrufen, in der Minderheit zu sein. Nicht jeder Stress macht krank, aber in schwierigen Zeiten oder in Übergangsphasen, wenn wir uns nicht so stabil fühlen, kann schnell „alles zu viel“ werden.

Wir stellen für 2019 die Frage: Womit geht es uns gut? Denn: „Wenn’s mir gut geht, bin ich gesund“ – so haben wir vor zwei Jahren eine Veranstaltungsreihe zum Thema Gesundheit lesbischer, bisexueller und queerer Frauen* genannt. Wir wollten damit zum Ausdruck bringen, dass Gesundheit „fühlbar“ und selbstbestimmbar ist. Dass Frauen* selbst entscheiden, was für sie gesund ist und was sie krank macht. Und dass sie Wege gehen können, die gut für sie selbst sind.

Dazu gehört die Selbstbestimmbarkeit der eigenen Art zu leben und zu lieben. Dazu gehören Möglichkeiten der Orientierung und des Selbstausdrucks, Räume für Resonanz und positive Selbstwahrnehmung. Dazu gehört es, eigene Bedürfnisse in unterschiedlichen Lebensphasen
wahrzunehmen. Dazu gehören inspirierende Kontakte und passender Austausch und Begleitung.

2019 knüpfen wir mit unserem Angebot an Bestehendes an, mit dem wir Möglichkeiten für Austausch, Begegnung, Beratung und Begleitung bieten. Neu ist unser Workshopangebot zum Thema Sexualität. Besondere Akzente setzen wir wieder bei Empowerment und individueller Beratung und Begleitung mit einem erweiterten Blick auf alle Generationen, Mehrfachzugehörigkeiten und den unzähligen Möglichkeiten, Identität zu leben.

Es ist uns wichtig, dass es Ihnen, euch und uns gut geht!

Wir verwenden *, um darauf aufmerksam zu machen, dass es viele
Möglichkeiten gibt, Geschlechtlichkeit zu fühlen und zu leben, auch
jenseits von Zweigeschlechtlichkeit.