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Öffnungszeiten
Dienstag & Donnerstag
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Telefonische Beratung
neu: Montag
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Editorial

Liebe Leser_innen,

LIBS e.V. wird 25 Jahre alt! Viele Frauen* haben seit 1992 den Weg zu uns gefunden. Wir haben zahlreiche Themen aufgegriffen und vielen zugehört. Was häufig an uns herangetragen wird, sind Sätze wie:

„Ist lesbisch denn heute noch ein Thema?“

Ja, es ist ein Thema, wenn eine Frau* eine Frau* liebt und begehrt. In unserer Gesellschaft ist das immer noch nicht „total normal“, und dies ist aktuell deutlich rechtspopulistischen Parolen zu entnehmen. Wir wollen nicht so tun, als sei alles okay, nur weil Lesben, queere und Trans*personen in Serien auftauchen. In der Familie, in Schulen, an Ausbildungs-, Arbeitsplätzen und anderen Orten werden lesbisch lebende Frauen* abgewertet, gemobbt, kurz: diskriminiert. Outing ist nicht überall selbstverständlich. Lesbische Paare müssen das gemeinsame Kind erst adoptieren, um gemeinsam das Sorgerecht zu erhalten.

„Aber meine Sexualität geht niemanden etwas an!“

Wir finden, „lesbisch“ ist viel mehr als Sexualität. Es geht um Lebensweisen, die etwas damit zu tun haben, dass eine Frau* eine Frau* liebt. Sie können sehr unterschiedlich sein. Aber manchmal lässt sich etwas teilen: gemeinsame Aktivitäten, Erfahrungen austauschen oder Filme mit lesbischer story gucken.
„Lesbisch“ ist aber auch ein politischer Begriff, der Stereotype, gesellschaftliche Normierungen und Bilder in Frage stellt: z.B. wie Frauen* sein sollten, auf welche Weise Liebe, Sexualität und Beziehungen gestaltet werden, wie sich Familie definiert.

„Braucht es denn heutzutage noch eine Lesbenberatungsstelle?“

Jede Frau*, die ins LIBS kommt, bringt etwas Persönliches mit: Fragen, ein intimes Thema, vielleicht Ängste, manchmal Scham oder Unsicherheit, Sehnsucht und Wünsche. Es ist mutig, die Schwelle zu übertreten und sich in einen unbekannten Raum vorzuwagen. Deshalb ist das Angebot eines geschützten Gesprächsraums wichtig, in dem jede anonym bleiben darf und ihren Gefühlen und Gedanken Ausdruck geben kann, ohne zensiert oder bewertet zu werden. Auch Gruppen, Workshops und der Offene Treff sind LIBS-Räume, die die Möglichkeit bieten, sich auszuloten und dabei mit anderen in Kontakt zu gehen – und sich einzubringen und etwas Neues zu gestalten.

Wir freuen uns über das Vertrauen, das in uns gesetzt wird, und treten weiterhin ein für das, was selbstverständlich sein sollte: so zu leben und zu lieben, wie jede will. Dabei bildet „lesbisch“ keine feststehende Kategorie, sondern wirft immer wieder Fragen auf: Was bedeutet es, als Frau* eine Frau* zu begehren? Wie geht das Umfeld damit um, wie frei kann jede sein? Wie gehe ich selbst mit meinem Begehren um, wie gestalte ich mein Leben?

In unseren generationenübergreifenden Angeboten wird immer wieder deutlich, wie unterschiedlich „lesbisch“ aussieht: viele Facetten und Gesichter, viele Lebensweisen und Erfahrungen. Manchmal verbindend. Manchmal auch trennend.

Was verbindet dann lesbische Lebensweisen? Auf jeden Fall das Recht auf Diskriminierungsfreiheit, auf Respekt und Räume, in denen Empowerment und Entwicklung stattfinden kann. Diesen Raum möchten wir weiter bereitstellen!

Frauen* steht für alle, die sich Frauen zuordnen, egal ob biologisch als Frau geboren (cis) oder nicht (trans). Wir verstehen Frauen* als mögliche Positionierung jenseits des binären Geschlechtersystems.

DAS GESCHÄFTSFÜHRENDE LIBS-TEAM
Elke Kreß – Mädchen und junge Frauen
Dr. Doris Gruber – Beratung und Öffentlichkeitsarbeit
Heike Beck – Vorstand
Corry Knijff – Vorstand

MITARBEITERINNEN
Sandra Krauß – JuLe Treff
Franziska Seeger – JuLe Treff und Büroorganisation