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Editorial

Oft werden in unserer heutigen  „aufgeklärten“ Gesellschaft gleichgeschlechtliche Orientierung und Lebensweisen so wahrgenommen, als gäbe es für Lesben, Bisexuelle und Transgender kein Problem mehr damit. In der Öffentlichkeit stehende Frauen und Männer outen sich und machen kein Geheimnis aus ihrer Homosexualität. In vielen europäischen Ländern gibt es inzwischen gesetzliche Regelungen für die Sicherung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften.

Die Erfahrungen bei LIBS zeigen jedoch, dass gleichgeschlechtliche Lebensweisen nach wie vor stark tabuisiert sind und von fehlendem Wissen und Informationen sowie von Vorurteilen begleitet sind. In der Regel werden gleichgeschlechtliche Lebensweisen als intime Sexualität interpretiert und nicht als eine gleichwertige und gleichrangige Lebensweise anerkannt. Damit wird das Lesbisch-Sein zur Privatsache, die scheinbar jede für sich ganz individuell zu klären hat.

Neben der persönlichen Unterstützung und Begleitung von lesbischen und bisexuellen Mädchen, Frauen und Transgender hat LIBS das Ziel, die Vielfalt gleichgeschlechtlicher Lebensweisen in der Gesellschaft sichtbar zu machen, sie zu benennen, damit bestehende Klischees, Vorurteile und  Abwertungen bearbeitet werden können. Erst wenn lesbische, bisexuelle und Transgender-Lebensweisen im alltäglichen Miteinander einen festen, selbstverständlichen Platz gefunden haben, kann eine gleichberechtigte Teilhabe von Lesben, Bisexuellen und Transgender am gesellschaftlichen Leben erreicht werden.

Als Informations- und Beratungsstelle ist LIBS Ansprechpartnerin für diejenigen, die Kontakt und Austausch suchen sowie sich mit dem Thema, z.B. in Fortbildungsveranstaltungen, intensiver auseinandersetzen möchten. Mit den aktuellen Themen, Arbeitsfeldern und Angeboten von LIBS möchten wir zu einer differenzierten Wahrnehmung der Lebenssituationen lesbischer und bisexueller Mädchen, Frauen und Transgender beitragen. Besonders freuen wir uns, dass seit August 2009 ein generationsübergreifendes Treffangebot  für frauenliebende Migrantinnen  und Flüchtlingsfrauen sowie deren Freundinnen mit dem Namen NAHAL stattfindet. Unterstützt wird das Angebot von dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten der Stadt Frankfurt.

Die Anwesenheit von Kindern aus Regenbogenfamilien ist in der Öffentlichkeit zu einem festen Bestandteil geworden. Sie  besuchen die existierenden  Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung und konfrontieren ihr Umfeld mit der Existenz lesbischer Familien. LIBS bietet dazu Sensibilisierungsworkshops für Kitas an, die ihnen einen vorurteilsfreien Praxisalltag gewährleisten möchten. Auch in diesem Jahr wird es wieder eine Veranstaltung zum Thema Pflegekind geben. Zusätzlich ist eine weitere Gruppe für lesbische Mütter mit ihrem Kind oder ihren Kindern in der Gründungsphase.

In den folgenden Rubriken ist das breit gefächerte Programm von LIBS zu finden, in dem sich nicht nur die Professionalität der Leistungen sondern auch das Engagement und die Begeisterung der LIBS Mitarbeiterinnen für ihre Arbeit hier in der Beratungsstelle widerspiegeln.