Kontaktdaten
Alte Gasse 38
60313 Frankfurt
Tel: 069 - 28 28 83
Fax: 069 - 21 99 97 16
Web: www.libs.w4w.net
Email: info@libs.w4w.net

Öffnungszeiten
Dienstag & Donnerstag
17.00 - 19.30 Uhr

Telefonische Beratung
neu: Mittwoch
17.00 - 18.00 Uhr

FAQs Coaching

Was ist Coaching?

Im Coaching findet Beratung bzw. Begleitung zu einem speziellen Thema oder Anliegen statt. Die Methoden des Coachings können variieren – so bieten z.B. systemisches Coaching, NLP und verschiedene Therapieansätze die Grundlage für den Werkzeugkoffer eines Coaches. Wichtig sind jedoch auch der gute Kontakt zwischen KlientIn und Coach, Vertrauen und gute Kommunikation. Dies muss sich oft erst entwickeln.

Coaching und Beratung sind ähnliche Vorgänge, beim Coaching steht allerdings der Gedanke eines umsetzbaren Ziels stärker im Vordergrund. Auch betont Coaching den Gedanken der Unterstützung auf gleicher Augenhöhe – so könnte Coaching beschrieben werden als Begleitung eines Prozesses, bei dem die Klientin selbst die Fachfrau ist, da Entwicklungen und Lösungsmöglichkeit in ihr selbst vorhanden sind. Der Coach ist dann eher eine Art Geburtshelfer in einem Prozess, den die Klientin/der Klient selbst definiert. Dabei geht es nicht um Störungen und Defizite, sondern um Potenzial, Wünsche, Ziele und reale Möglichkeiten. Anliegen, Themen und Ziele bespricht die Klientin mit dem Coach, beide entwickeln zusammen Lösungsmöglichkeiten auf der Basis von Verständnis und mithilfe der professionellen Werkzeuge des Coaches.

„Der Coach“ – ist das eine männliche Bezeichnung?

Der Begriff „Coach“ kommt aus dem Englischen. Aus diesem Grund existiert keine weibliche Form – es sei denn, die BenutzerInnen denken sich eine aus. Wir haben davon abgesehen, weil uns „die Coach“ oder so etwas wie „die Coachende“ nicht gefällt. „Coach“ ist mittlerweile bei vielen Instituten ein zertifizierter Abschluss, sodass wir diese Jobbezeichnung unverändert für die weibliche wie auch die männliche Form verwenden.

Wieso heißt es „Coaching“?

Das englische Wort „Coach“ heißt Trainer. Im Sport kennen wir den Trainer oder die Trainerin, die sich um die Mannschaft kümmert. Dazu gehört technische Kompetenz – eine Fußballtrainerin muss die Technik der Sportart beherrschen und die Regeln; am besten, sie hat selbst mal gut gekickt und eigene Erfahrung und Insiderwissen angesammelt. Außerdem muss sie vom Team akzeptiert werden. Zur Sachkompetenz kommen also noch andere Fähigkeiten: eine gute Trainerin muss ihr Wissen an die Menschen bringen, sie sollte es so vermitteln, dass die Einzelnen in der Gruppe es gut umsetzen können. Um bei einem Team anzukommen, ist soziale Kompetenz gefragt, Einfühlungsvermögen, Menschenkenntnis, Beziehungsfähigkeit, Kommunikationstalent, Selbstbewusstsein, vielleicht auch Kritikfähigkeit und Fingerspitzengefühl …

Fürs Coaching lässt sich Folgendes übertragen: Wie die Trainerin im Sport besitzt ein Coach Sachkompetenz, nämlich in dem Gebiet, in dem beraten wird, z.B. Beruf, Karriere, Persönlichkeit, aber auch psychologische Kompetenz. Dies sollte durch Ausbildungen und Erfahrung nachgewiesen sein. Neben dem Werkzeugkoffer voller Techniken, die viele Möglichkeiten zur Unterstützung von KlientInnen bieten, sollten psychologische Kompetenz und Kommunikationsvermögen im Vordergrund stehen.

Wie oft findet Coaching statt und was sind die Themen?

Es kann sein, dass mit einem Coaching die Fragestellung der Klientin geklärt ist, es kann aber auch sein, dass es mehrere Sitzungen dazu braucht. Das Anliegen sollte ebenso besprochen werden wie die Zielsetzung des Coachings, bei einem längeren Prozess kommen noch einzelne Arbeitsschritte oder auch Aufgaben hinzu, die die Klientin in oder außerhalb der Sitzungen selber ausführt. Coaching ist ein strukturierter Prozess, an dessen Ende ein Ergebnis steht: ein Entwicklungsschritt, ein anderer Gefühlszustand, ein neues Vorhaben, die Erweiterung des eigenen Horizontes, mehr Wissen über sich und die Welt o.Ä. können angestrebt werden.

Coaches haben unterschiedliche Schwerpunkte. Wenn es z.B. die Themen Arbeit und Persönlichkeit sind, dann lassen sich Themen bearbeiten wie: eigene Identität – wer bin ich, Kommunikationsschwierigkeiten mit anderen – ich werde nicht verstanden, neue Aufgaben im Job, Unzufriedenheit mit sich/mit dem Beruf, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, Schwierigkeiten mit FreundInnen, chronischer Ärger, unklare Sehnsüchte, Wunsch, etwas Neues zu beginnen, ein neues Projekt angehen, Ängste, unklare Gefühle, mehr Selbstbewusstsein entwickeln, Kreativität, Selbstverwirklichung uvm.

Ist Coaching etwas für mich oder eher für meinen Job?

Angefangen hat die Verbreitung von Coaching im Business-Bereich. Da wurden ManagerInnen gecoacht, Teams, Unternehmen, MitarbeiterInnen. Dies geschah zu den unterschiedlichsten Zwecken: um die Bilanzen nach oben zu treiben, um gestressten Vorgesetzten die Möglichkeit zu geben, auch mal Probleme loszuwerden, um Teams zusammenzubringen, um MitarbeiterInnen loszuwerden. Die Liste ist nicht vollständig, aber sie zeigt: Coaching ist, wie Sport, zielorientiert. Im Sport geht’s darum zu gewinnen. Im Coaching geht es klassischerweise um ein Ziel, das KlientIn und Coach zusammen festlegen – oder auch der Auftraggeber, z.B. eine Firma. Coaching ist besonders effektiv, wenn jemand ein konkretes Ziel hat, dabei aber (noch) blockiert ist: z.B. wenn ein Vorstellungsgespräch bevorsteht, wenn eine ein Buch schreiben will, Outing am Arbeitsplatz managen, in eine Szenekneipe gehen und die Frau ansprechen, die seit Monaten bewundert wird, eine Prüfung durchstehen, die Liebste den Eltern vorstellen etc.

Manchmal stellt sich jedoch heraus, dass das angedachte Ziel gar nicht das eigentliche Ziel ist. Das macht aber nichts, denn oft werden im Coaching-Prozess neue Gefühle und Gedanken angeregt, die zu neuen Möglichkeiten führen. Wenn neue Gefühle auftauchen, Ideen oder Wünsche, dann kann das auch gutes „Prozessergebnis“ sein. Denn ein lebendiger Prozess lässt sich nicht immer zielgerade steuern.

Coaching hat zwar im Business begonnen, wo klare Vorgaben und Ziele herrschen. Aber da es immer Menschen sind, die einen Prozess durchlaufen, verläuft ein Prozess individuell, in der eigenen Zeit der betreffenden Person und ihrer eigenen Struktur und Logik folgend. Dies ist wichtig, denn egal ob es ein Business-Ziel oder eine persönliche Frage ist, die angegangen wird: Immer gehört der Respekt vor der Eigenheit der betreffenden Person zum Coaching-Prozess dazu.

Gleichzeitig hilft der Gedanke an ein „ökonomisches Ziel“ dabei, den Prozess zu strukturieren und klarer zu machen. So können sowohl Coach als auch Klientin offen fragen: Was bringt das jetzt? Ist das die richtige Fragestellung? Stimmt die Form des Gesprächs oder der Begleitung oder ist etwas anderes angesagt? Was braucht die Klientin? Was soll verändert werden?

Der Ökonomie-Gedanke hält auch den Rahmen der Sitzungen relativ eng. Es geht weniger um lange Begleitung als um pragmatisches, zielgerichtetes Arbeiten mit einem Thema. Natürlich lassen sich Probleme und komplexe Themen nicht „effektiv abhandeln“. Aber es kann durchaus hilfreich sein, wenn sich Klientin und Coach im Prozess gemeinsam die Frage nach Sinn und Zweck des Ganzen stellen und gemeinsam über Veränderungen, Erfolge und Misserfolge reflektieren.

Um zur Ausgangsfrage zurückzukehren: Coaching kann etwas sowohl für Sie persönlich als auch für Ihren Job als auch für Ihr Leben sein – es kommt ganz darauf an, welche Fragen Sie stellen.

Wozu Coaching und Beratung – und was ist dann Psychotherapie?

Coaching hat sich wie oben beschrieben als Form der Beratung, der begleitenden Unterstützung und des prozessorientierten Gesprächs neben Psychotherapie und klassischer Beratung entwickelt. Heute sind Coaching und Beratung kaum zu trennende Begriffe, Coaching versteht sich oft eher als zielorientierter und strukturierter Prozess, der auf einen Auftrag hin ausgerichtet ist, was sich aus der Entwicklung von Coaching im Business-Bereich erklärt, wo Erfolge und Veränderungen anders evaluiert werden als im psychologischen Bereich.

Beratung geht auf das Wort „Rat“ zurück, und manche/r denkt vielleicht noch an den/die RatgeberIn aus den Jugendzeitschriften, die immer ein bisschen mehr wussten als man selbst. Beim Verständnis von Beratung im psychosozialen Bereich geht es jedoch weniger um Sachverständnis und Informationen zu einem Thema als um das Gespräch zwischen KlientIn und BeraterIn, welches einen unterstützenden, fördernden, möglicherweise klärenden Prozess in Gang bringen soll. Dazu gehört noch kein klar umrissenes Ziel oder Anliegen, am Anfang einer Beratung kann Verwirrung stehen, auch unklare Gefühle, Sprachlosigkeit oder das Gefühl des inneren Chaos. Beratung besteht im Gesprächsangebot, manchmal auch in einem Rat, soweit dieser erwünscht ist. Idealerweise können sich durch die Kommunikation zwischen BeraterIn und KlientIn neue Räume des Denkens, Fühlens und Wahrnehmens öffnen, die dann zu Erkenntnis und möglicherweise zur Umsetzung führen.

Psychotherapie gehört zum medizinischen Bereich. Dies ist traditionellerweise ein definiertes System von Symptomen, Störungen, Krankheiten und ihren Heilungschancen. Psychotherapie bietet vielen Menschen gute Entwicklungsmöglichkeiten bei inneren Fragestellungen, psychischen Krisen und persönlichen Themen. Für manche Klientin ist es möglicherweise problematisch, in die Mechanismen des medizinischen Systems eingebunden zu sein, welches kassenärztliche Regelungen ebenso einschließt wie ein bestimmtes Verständnis von Krankheit und Gesundheit. Für einige passt Psychotherapie sehr gut, andere stört die vorgegebene Anzahl der Stunden oder die Notwendigkeit einer medizinischen Diagnose. Ein großer Vorteil der kassenärztlich unterstützten Psychotherapie ist sicherlich die Möglichkeit, regelmäßig eine Anlaufstelle bzw. Person für sich in Anspruch nehmen zu können und diesen Raum für die eigenen Prozesse zu nutzen.

Wenn jemand überlegt, sich von einer anderen Person unterstützen oder begleiten zu lassen, geht es darum, was für die einzelne Person in dem jeweiligen Moment ihres Lebens passend ist und auch wer als Person für diesen Prozess förderlich ist.

Was heißt „systemisch“?

Systemische Therapie ist aus der Familientherapie entstanden. Genau genommen sind es verschiedene Ansätze, denn es gibt nicht nur eine/n ErfinderIn. Im Gegensatz zur klassischen Psychotherapie werden in der systemischen Therapie und Beratung nicht nur Einzelpersonen, sondern ein „System“ (z.B. eine Familie) betrachtet bzw. mit ihr gearbeitet. Die Arbeit mit mehreren Teilhabern an einem System wurde dann von der Familie übertragen auf z.B. die Beratung von Firmen, Teams oder Paaren. Es entwickelte sich eine Sichtweise, die “systemisch” das gesamte Handlungsfeld von Personen einbezieht, aber auch die Individuen selbst fokussiert. Schlagworte wie “lösungs- statt problemorientiert” oder “Perspektivwechsel” geben eine Richtung der Beratungsarbeit vor, die weniger nach Ursachen sucht als nach neuen Möglichkeiten des Wahrnehmens und Beschreibens. Bekannt wurden verschiedene Formen der Aufstellungsarbeit, die jedoch nur einen Teil systemischer Praxis darstellen. Auch ist z.B. die populär gewordene „Kurzzeittherapie“ nur eine von vielen Methoden, die manchen – fälschlicherweise – suggeriert, man müsse sich nur auf eine Wunder-Lösung konzentrieren, dann verschwänden schon alle Probleme. So einfach ist es leider nicht.

Systemisches Arbeiten stellt einen vielfältigen „Werkzeugkoffer“ zur Verfügung, bei dem vor allem auch die Sprache ein großes Arbeitsfeld ist – wie auch in anderen Therapie- und Beratungsrichtungen. Kennzeichnend geworden ist ebenfalls die Offenheit systemischer Praxis für Formen des Experimentierens, die jeweils neue Perspektiven herbeiführen sollen.

Systemische Beratung / Coaching fragt nach dem Zusammenwirken verschiedener Faktoren für eine Situation und weniger nach einer Ursache, die in der Vergangenheit liegen könnte. Daher geht es bei einem Problem weniger darum, warum dies so ist, als vielmehr darum, seine Botschaft zu verstehen und zu fragen, worin Lösungen bestehen könnten. Wer könnte z.B. an einer Veränderung beteiligt sein, wer würde sie verhindern und welchen Zweck hätten Veränderung und Verhinderung? Ein Ertasten und Erschließen neuer Perspektiven kann den Raum der Möglichkeiten öffnen. „Symptome“ und Probleme, Blockaden und Ängste dürfen da sein, um auf ihre Auswirkungen, ihre möglichen Botschaften und ihr Zusammenspiel mit dem gesamten System befragt zu werden. Letztendlich kommt dann auch der Gedanke der Eigenverantwortlichkeit der/s Einzelnen zum Tragen, die/der auch selbst gefragt ist, wenn es um Veränderung oder „Problemlösung“ geht.